30
Jan
abgelegt unter: Strategie sowie:

Hin und wieder stelle ich mir die Frage, nach welchen Kriterien Internetseiten eigentlich in zehn oder zwanzig Jahren bewertet werden. Wenn es denn noch welche gibt ;-) Zehn Jahre sind – gerade im Internet – eine lange Zeit. Ein Ausblick fast unmöglich. Ich will es dennoch versuchen – wohlwissend, dass man damit nur daneben liegen kann – und gleichzeitig zur Diskussion einladen.

Was will Google? Google möchte den Nutzern relevante Suchergebnisse liefern. Jedoch gibt es nicht “den Nutzer oder die Nutzerin” und so unterscheidet sich ein “relevantes Suchergebnis(-set)” von Nutzer zu Nutzer. Nicht umsonst experimentiert Google bereits mit personalisierten Suchergebnissen. Ich bin der Überzeugung, dass dieses Thema an Bedeutung gewinnen wird. “Personalisiert” heisst nicht zwingend “individuell”. Ich denke, dass man Nutzer auch in verschiedene Nutzergruppen einteilen kann (sog. “cluster”). Dieses Konzept von unterschiedlichen Gruppenbedürfnissen wird schön von Malcom Gladwell auf ted.com illustriert.

Wie wird Google Webseiten bewerten? Aktuell versucht Google Relevanz über einen wie auch immer gearteten Algorithmus zu messen. Der Algorithmus ist eine Näherung dafür, was der Mensch für relevant hält. Das wird auch in Zukunft so sein. Die Mehrzahl der aktuell vermuteten Ranking-Faktoren basieren in welcher Form auch immer auf HTML, z.B. Inhalte, Links etc (ich weiß, hier übertreibe ich ein wenig, aber Übertreibung macht bekanntlich anschaulich). Ich glaube, dass hier ein Paradigmenwechsel einsetzen wird. Weg vom Crawler/Bot, der sich durch die Untiefen des Netzes und Daten wühlt, hin zur Analyse von Nutzerverhalten und noch darüber hinaus die Messung von Erfolg, d.h. wann war ein Nutzer zufrieden mit dem Ergebnis und wann nicht. Microsofts BrowseRank Konzept ist ein Indiz. Die Spekulationen um die Bounce-Rate als Ranking-Faktor ein anderes, auch wenn Matt Cutts in einem Interview noch von so manchen Schwierigkeiten mit der Bounce-Rate als Indikator spricht, aber – hey – wir reden hier von zehn Jahren.

Wie hat sich Google entwickelt? Schaut man zurück erkennt man schön den Trend zur Qualität. Konnte man vor einigen Jahren noch mit Keyword-Stuffing erfolgreich sein, muss man heute etwas – wenn auch nicht viel – cleverer vorgehen. Und schaut man in zehn Jahren zurück, so werden auch die Methoden von heute irgendwann der Vergangenheit angehören. Unnatürliches Linkbuilding und Linkkäufe wird Google irgendwann im Griff haben. Was bleibt also übrig? SEO wird es auch in Zukunft geben, nur wird es anders aussehen also heute. Und es wird schwieriger. Was wiederum ein Vorteil für diejenigen ist, die sich den Schwierigkeitsgrad “leisten” können. Sei es durch größeres Wissen oder Geld. SEO wird also auch in zehn Jahren nicht tot sein.

Drei Ranking-Faktoren werden jedoch die Zeit überdauern:

  1. Qualität. Google wird einen Weg finden, diese wie auch immer zu messen. Und entsprechend zu ranken.
  2. Eine Marke. Wer es schafft, erfolgreich eine Marke zu etablieren, wird den Erfolg ernten können (ok, das war jetzt ziemlich platt).
  3. Der Mensch im Mittelpunkt: Wer den Mensch mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt seiner Bemühungen stellt, wird auch morgen noch erfolgreich sein.

Jetzt seid ihr gefragt! Wo geht die Reise hin? Welches sind die Erfolgsfaktoren der Zukunft? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare!

2 Responses to “SEO im Jahr 2020”

  1. Allblogs.de Says:

    Ich denke vor allem, dass der Bot bleibt, aber mit mehr Fähigkeiten bekommt. Nicht umsonst beschäftigt sich Google mit KI und visueller Wahrnehmung von Rechnern (ich glaube sie haben dafür sogar eine kleine Firma gekauft.) Der Bot wird dann sehen was auch die User zu sehen bekommen, wodurch natürlich die angesprochene Qualität steigen wird, denn MFA erkennt der Bot per “Augenmaß”.

    Ich denke menschliches Verhaltenspsychologie/biologie wird sicher auch eine größere Rolle spielen können. (also auch hinsichtlich deiner Marke)
    http://www.ftd.de/forschung_bildung/forschung/:Studie-zur-Hirnleistung-Blau-macht-schlau/470520.html

  2. Tour de SEO Says:

    [...] erste Goldrausch ist somit vorüber und SEO 2020 werden sicherlich nicht viele Goldgräber erleben. Gesellschaft, [...]

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