Backlinks überwachen mit Google Docs

Es soll ja Leute geben, die Links tauschen oder sogar kaufen oder mieten. In allen Fällen besteht das Interesse, in irgendeiner Form zu überwachen, ob diese Links auch nach dem Handel bestehen bleiben.

Kurioserweise bietet Google selbst eine sehr einfache und zugleichen kostenlose Möglichkeit, Backlinks auf die eigenen Projekte zu überwachen. Die meisten kennen Google Docs. Nur wenige wissen, dass sich hinter dem Spreadsheet-Tool mächtige Funktionen verbergen, die man für die eigenen Zwecke nutzbar machen kann, sofern man Google seine Backlinkdaten anvertrauen möchte. Hier ein Beispiel:

Mal angenommen, mir würde die Seite finanzcheck.de gehören und ich möchte die kürzlich „organisch gewachsenen“ Backlinks von zwei Seiten überwachen. Hierzu muss ich mir lediglich ein Google Docs Dokument vom Typ „Tabelle“ mit den folgenden Spalten anlegen:

  • URL auf die verlinkt werden soll wurde
  • Keywords, mit denen verlinkt werden soll wurde
  • URL von der verlinkt wurde

Screenshot Google Docs Tabelle inkl. Formel

 

In die vierte Spalte kommt dann die Magie ins Spiel. Mit Hilfe der Funktion importxml kann ich mir nämlich ganze Seiten scrapen laden und diese mittels XPath analysieren. So kann ich mir z.B. gezielt die vorhandenen Links einer Seite näher anschauen.

Schauen wir uns die Funktion aus Zeile 2 näher an:
=IF(ISERROR(importxml(C2;"//a[text()='" & B2 & "']/@href"));"Keyword nicht gefunden";IF(importxml(C2;"//a[text()='" & B2 & "']/@href")=A2;"OK";"Link nicht gefunden"))

Die Funktion importxml bekommt zwei Parameter übergeben: 1. Die Seite, die geladen werden soll. Dies ist in unserem Fall die „Link gebende URL“. Als zweiten Ausdruck erhält sie einen XPath Ausdruck. Unser Ausdruck besagt übersetzt „Such mir alle Links mit dem Keyword aus Spalte B und gib mir die URL des Links zurück, auf den dieses zutrifft“. Der Rest sind verschachtelte IF-Abfragen, um mögliche Fehler abzufangen bzw. um zu prüfen, ob die tatsächlich verlinkten URL mit der „Soll-URL“ aus Spalte A übereinstimmt.

Wichtig ist hierbei, dass man sehr genau sein muss, was Keyword und Linkziel angeht. Ein Punkt zuwenig (Zeile 4) oder ein Backslash zu viel (Zeile 5) reichen schon, damit die Abfrage fehl schlägt. Probleme würde diese Abfrage auch bekommen, wenn das Keyword noch mit <b> oder <strong> Tags versehen ist. Aber auch hierfür wird es sicher eine Lösung geben.

Mit etwas bedingter Formatierung fallen defekte Links dann auch sofort auf.

Das ist nur eine der vielfältigen Möglichkeiten, die sich mit Google Docs ergeben. So bietet Google Docs auch benutzerdefinierte Funktionen an, mit denen sich sogar der Pagerank einer Seite abfragen lässt. Entsprechende Skripte finden sich in der Skript-Galerie. Genauso lassen sich auch RSS Feeds einlesen und bearbeiten. Auch ein Keyword-Monitoring dürfte in geringem Umfang mit Google-Docs möglich sein, da Google Docs auch zeitgsteuerte Abfragen erlaubt. Ein längerer Blick auf Google Docs lohnt sich also.

Habt Ihr interessante SEO-Tools mit Google Docs gebaut? Schreibt es in die Kommentare!

28 Kommentar

  1. wow, schöner Beitrag, war mir nicht bewusst, dass man googledocs auch dafür nutzen kann!

    Grüße
    Nico

  2. Wirklich eine interessante Sache, aber die Frage ist, ob man Google seine Tauschlinks anzeigen möchte!?
    Aber cool, dass es geht! :) Danke für den Beitrag.

  3. ich bekomme bei exakten Nachbau immer „Parse error“. Was mache ich falsch?
    VG

  4. Sehr geniale Möglichkeit für die Linküberwachung! Warum für ein Tool bezahlen, wenn es mit Google Docs so einfach geht …

  5. Wirklich klasse Beitrag! Ich wusste nicht, welche Möglichkeiten man mit Google Docs hat. Vielleicht veröffentlicht jemand ja mal jemand eine Lösung für Excel… vielleicht mag ich da paranoid sein, aber ich will meine gesamten Backlinks nicht auf Google verwalten.
    Beste Grüße,
    Martin

  6. Klasse Tutorial :-)

    Man muss halt nur aufpassen die Grenze von glaube ich 40 xPath Anfragen nicht zu überschreiten, dann bricht Google nämlich ab (pro Tabelle). Ich habe das mal genutzt um ganze Seiten abzuscrapen und nur bestimmte Elemente auszugeben und bin leider ziemlich schnell an deren Grenze gekommen.

    Viele Grüße, André

  7. @Martin:

    Warum ein Tool bezahlen?
    Hm, ich denke ein Tool bietet ein Vielfaches an Möglichkeiten mehr. Da wird dann Docs nur noch mit viel Aufwand – wenn überhaupt – mithalten können. Sobald man mehr als nur ein paar Links regelmäßig überprüfen möchte, kommt man m.E. nicht drum herum entweder eine selbstentwickelte Lösung oder eben eine gekaufte Lösung zu verwenden.

    cheers,

  8. Ein sehr schönes Beispiel dafür, was man mit einer Zeile Code so alles erreichen kann. Danke für diesen Beitrag.

    Off Topic: Ist das Absicht, dass die Avatare mit Gravatar verlinkt sind?

  9. Schöner Beitrag! Ich nutze bei Google Docs auch die RSS-Feed Import-Funktion. Damit kann man auch einiges anstellen (auch wenn da eine Zeilen-Begrenzung drin ist).

  10. Dass man mit Gdocs selbst ein einfaches CMS aufsetzen kann hat Sergej Müller mal beschrieben, aber als Link-Prüfer… das ist natürlich genial! Nice to have :)

  11. Das ist ja mal ein interessanter Tipp. Ich bin immer wieder überrascht, was man sich mit solchen Tabellen für nützliche Tools zusammenbauen kann. Lohnt sich mal mit den Funktionen ausseinander zu setzen.

  12. Der Parseerror kommt wenn Ihr das Copy-Pastet:
    ( Die “ werden von WordPress ersetzt )

  13. Scheint nicht wirklich gut mit Umlauten und Sonderzeichen klar zu kommen. Trotzdem sehr coole Lösung :)

  14. Nette Idee, Trutz. Für einer überschaubare Zahl an Projekten und Links sicher die bessere Alternative zu kostenpflichtigen Tools. Wir sehen uns auf der nächsten Campixx ^_^

  15. Sehr nette Idee! Ich war gerade am Suchen einer Software um Backlinks zu checken – da ist doch google docs um ein vielfaches besser… leider funktioniert die Funktion nicht ganz – ich bekomme in keinem Fall ein Ok, auch wenn ich sicherstelle dass keine zusätzlichen Tags den Link betreffen… gibt es dazu vielleicht schon eine Lösung?

Schreibe einen Kommentar